
5 Hetzner Cloud Alternativen in 2026
Lukas MauserJahrelang war Hetzner Cloud die Standardantwort auf "wo pack ich das Ding günstig hin?".
2026 ist diese Antwort komplizierter geworden. Am 1. April hat Hetzner die Cloud-Preise über das ganze Portfolio um rund 30 bis 37 Prozent angehoben. Am 15. Juni kam die nächste Runde, und die war kein Rundungsfehler: CCX-Instanzen mit dedizierten vCPUs gingen in Deutschland und Finnland um etwa das 2,1- bis 2,7-fache hoch, CPX-Instanzen mit shared AMD-Kernen um das 2,4- bis 2,75-fache, in den USA bis zum 3,1-fachen. CX und CAX kamen mit rund 30 bis 38 Prozent glimpflicher davon.
Hetzner nennt als Grund die Hardware, konkret einen massiven Anstieg der DRAM-Preise durch die Nachfrage nach AI-Beschleunigern. Das ist ein echtes Problem und trifft die ganze Branche. Bestehende Server wurden auf den alten Preisen belassen, also ist über Nacht nichts explodiert. Aber sobald du eine Instanz rescalest oder eine neue bestellst, gilt die neue Preisliste.
Guter Zeitpunkt also, sich umzuschauen. Hier sind fünf Hetzner Cloud Alternativen für 2026.
Schneller Vergleich
| Alternative | Was es wirklich ist | Preismodell | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Sliplane | Managed Docker Hosting auf europäischen Servern | Fixpreis pro Server, unbegrenzt Services | Teams, die keine Server-Admin-Arbeit mehr wollen |
| netcup | Deutsche VPS und Root Server | Fixer Monatspreis pro Plan | Günstige dedizierte Kerne in Deutschland |
| Contabo | Budget-VPS mit viel Hardware | Fix pro Monat, günstiger bei langer Laufzeit | Maximal RAM und Disk pro Euro |
| DigitalOcean | Komplette Cloud-Plattform | Sekundengenau, plus Zusatzservices | Teams, die Managed Databases und Load Balancer wollen |
| Scaleway | Europäische Cloud mit breitem Katalog | Usage-based über viele Produkte | EU-Infrastruktur mit mehr Bausteinen |
1. Sliplane: Server-Admin komplett abgeben
Die ehrliche Version des Hetzner-Versprechens lautet: günstige Hardware, und den Rest machst du. Du patchst, konfigurierst die Firewall, setzt den Reverse Proxy auf, erneuerst Zertifikate, scriptest Backups und debuggst das Deploy um 23 Uhr.
Sliplane nimmt dir diese Hälfte ab und behält das, was an Hetzner wirklich gut war: planbare, feste Preise pro Server.
Los geht's bei 9 EUR/Monat zzgl. USt. für den Starter Server mit 1 vCPU, 1 GB RAM und 20 GB NVMe. Der Base Server kostet 17,80 EUR/Monat zzgl. USt. mit 2 vCPU und 2 GB RAM. Du deployst so viele Services auf einen Server, wie er packt, ohne dass sich der Preis ändert. Das ist ein deutlich anderes Modell als pro Instanz zu zahlen.
Immer dabei: automatisches SSL, kostenloser Egress, tägliche Volume-Backups, Deploys von GitHub und Docker Hub, Health Checks, Logs, API-Zugang, dedizierte Build-Server, unbegrenzt Team-Mitglieder und menschlicher Support.
Nimm Sliplane, wenn:
- dir Hetzners feste Preise gefallen haben, die Server-Wartung aber nicht.
- du Docker Container deployst und ein Dashboard willst, kein Runbook.
- du mehrere Services auf einer Kiste laufen lassen willst, ohne pro App zu zahlen.
- du europäische Infrastruktur willst, ohne die Plattform selbst zu bauen.
Eher nicht, wenn:
- du Root-Zugriff brauchst, um am Kernel zu schrauben.
- du GPUs oder sehr große dedizierte Instanzen brauchst.
- eigene Infrastruktur zu betreiben genau der Punkt der Übung ist.
2. netcup: der nächste deutsche Ersatz
netcup ist der direkteste Hetzner-Ersatz, wenn du einen deutschen VPS zum festen Preis willst und ihn weiterhin selbst verwaltest.
2026 ist auch an netcup nicht vorbeigegangen. Zum 1. Mai gab es eine Preiserhöhung, mit derselben Begründung: Memory-Knappheit. Danach liegt der VPS 500 G12 bei rund 4,85 EUR/Monat, der VPS 1000 G12 bei rund 8,41 EUR/Monat und der RS 1000 G12 Root Server bei rund 10,36 EUR/Monat. Die Preise sind netto, USt. kommt drauf.
Wichtig zu wissen: netcup VPS nutzen shared Kerne, Root Server geben dir dedizierte Kerne und ECC RAM. Weil Hetzners Juni-Erhöhung genau die dedizierten CCX-Instanzen am härtesten getroffen hat, ist der Vergleich mit netcup Root Servern gerade der, den viele wirklich rechnen.
Nimm netcup, wenn:
- du einen deutschen Anbieter mit festen Monatspreisen willst.
- du dedizierte Kerne brauchst, aber nicht zu CCX-Preisen.
- du deine Server gern selbst administrierst.
Eher nicht, wenn:
- du eine API-first Cloud mit großem Servicekatalog willst.
- du stundengenau abrechnen und sofort wieder abbauen willst.
- du gar keine Server verwalten möchtest.
3. Contabo: am meisten Hardware pro Euro
Contabo konkurriert seit jeher über die reinen Specs, nicht über Politur. Cloud VPS Pläne starten bei rund 4,95 USD/Monat für 3 vCPU Kerne, 8 GB RAM und 75 GB NVMe, längere Laufzeiten drücken den Preis weiter. Monatliche Zahlung kostet typischerweise 15 bis 20 Prozent mehr als jährliche.
Für RAM-hungrige Workloads, die auf Hetzners neuer Preisliste teuer wären, ist die Rechnung schwer zu schlagen. Die Trade-offs sind die üblichen: shared Kerne, die unter Last spürbar voller sind, langsameres Provisioning und Support, der entsprechend eingepreist ist.
Nimm Contabo, wenn:
- du günstig viel RAM und Disk brauchst.
- dein Workload schwankende Performance verträgt.
- du dich auf eine längere Laufzeit festlegen kannst.
Eher nicht, wenn:
- du konstante, planbare CPU-Leistung brauchst.
- du schnelles Provisioning und eine moderne API willst.
- du schnellen Support brauchst.
4. DigitalOcean: mehr Plattform, mehr Services
DigitalOcean ist eine Stufe mehr Plattform. Droplets starten bei 4 USD/Monat (Basic) und 7 USD/Monat (Premium AMD), und seit dem 1. Januar 2026 wird sekundengenau abgerechnet, mit 60 Sekunden Minimum. App Platform läuft separat: kostenlos für statische Seiten, 5 USD/Monat für Prototypen und 12 USD/Monat für Produktions-Apps.
Wo DigitalOcean an einem nackten VPS vorbeizieht, ist alles rund um die Compute: Managed Databases, Load Balancer, Spaces Object Storage und eine wirklich gute API samt CLI. Wo es gegen Hetzner verliert, ist der Preis pro Stück Hardware, und genau dieser Abstand ist 2026 deutlich geschrumpft.
Nimm DigitalOcean, wenn:
- du Managed Databases und Load Balancer beim selben Anbieter willst.
- dir API, Docs und Ökosystem wichtig sind.
- du sekundengenaue Abrechnung für kurzlebige Infrastruktur brauchst.
Eher nicht, wenn:
- der Preis pro GB RAM deine wichtigste Kennzahl ist.
- du explizit EU-Datenhaltung brauchst.
- du nur eine kleine Kiste willst.
5. Scaleway: europäische Cloud mit größerem Katalog
Scaleway ist die Option, wenn du europäische Infrastruktur willst, aber auch die Services drumherum: Object Storage, Managed Databases, Container, Serverless Functions und Kubernetes.
Abgerechnet wird usage-based über den ganzen Katalog. Das ist flexibler als ein fester Monatsplan und entsprechend schwerer vorherzusagen. Object Storage liegt zum Beispiel bei rund 0,0105 EUR/GB/Monat im Standard-Tarif mit 75 GB freiem Egress pro Monat, danach 0,008 EUR/GB außerhalb der EU.
Wenn dein Grund für Hetzner "europäischer Anbieter zu vernünftigem Preis" war, deckt Scaleway das mit mehr Produkttiefe ab. Wenn dein Grund "billigste Kiste" war, eher nicht.
Nimm Scaleway, wenn:
- du eine EU-Cloud mit breitem Servicekatalog willst.
- du Object Storage und Managed Services neben der Compute brauchst.
- dir usage-based Abrechnung lieber ist.
Eher nicht, wenn:
- du eine feste Zahl auf der Rechnung willst.
- du den absolut niedrigsten Compute-Preis suchst.
- du keine Lust hast, Usage-Kosten zu modellieren.
Welche Option passt zu dir?
| Wenn dir das am wichtigsten ist... | Nimm |
|---|---|
| Nie wieder einen Server anfassen | Sliplane |
| Günstige dedizierte Kerne in Deutschland | netcup |
| Maximal RAM und Disk pro Euro | Contabo |
| Managed Databases und starke API | DigitalOcean |
| Kompletter europäischer Cloud-Katalog | Scaleway |
Fazit
Hetzner ist weiterhin gute Hardware, und Server auf alten Preisen sind weiterhin ein guter Deal. Wenn deine Server von vor Juni 2026 sind und du sie nicht rescalest, gibt es hier keinen Notfall.
Die Entscheidung fällt beim nächsten Server. Zu den neuen Preisen ist "billige Kiste plus meine eigene Zeit" ein schlechterer Deal als früher, und es lohnt sich auszurechnen, was deine Zeit in dieser Gleichung eigentlich kostet. Wenn du die feste Monatsrechnung behalten, aber keine SSL-Renewals, Backup-Scripts und Deploy-Klempnerei mehr machen willst, läuft Sliplane deine Docker Container ab 9 EUR/Monat auf europäischen Servern, mit allem drin.
Wenn du hands-on bleiben willst, sind netcup und Contabo die nächsten Ersatzkandidaten für das, was Hetzner mal gekostet hat.
Du vergleichst VPS-Anbieter allgemein? Lies Top 5 günstige VPS Anbieter und 5 günstige Wege, Docker Container zu deployen.